Erasmus+: Industrie 4.0 trifft norwegische Lebensart

Vom 01. bis 16 Juni 2019 ging es in diesem Jahr wieder zum Austausch nach Norwegen: Sieben Schüler der Bildungsgänge Elektroniker Betriebs- und Anlagentechnik, Industriemechaniker und technische Produktdesigner besuchten mit zwei Ausbildern und einem Lehrer des RBBK die Partnerschule in Egersund/Norwegen. Im Rahmen des Erasmus+-Programmes sollte dort weiter am ferngesteuerten Roboter gearbeitet werden. Ziel des Projektes ist es, dass die Roboter (es gibt einen in Norwegen und einen in Duisburg) einmal vom jeweils anderen Standort fernbedient werden können. Insofern soll das Erasmus+-Projekt auf die künftigen beruflichen Herausforderungen der Industrie 4.0 vorbereiten. Die Schülergruppe des letzten Austausches hatte bereits das Gehäuse fertiggestellt und die wichtigsten Bauteile für die Elektromechanik vorbereitet. Direkt am Montag nach der Ankunft wurden alle Schüler eingekleidet und machten sich an die Arbeit. Für die Ausbilder und Lehrer stand hingegen der Austausch mit den norwegischen Kollegen und ein Ausflug zum Preikestolen - einem 607 Meter hohen Felsen über dem Fjord - im Vordergrund.

Mit Ole Garpestad und Aslak Holmen stehen zwei engagierte norwegische Kollegen den Schülern mit Rat und Tat zur Seite. Am zweiten Abend nach der Ankunft ging es für die komplette Gruppe zum gemeinsamen Angeln und Grillen an den Fjord. In der Ruhe und Abgeschiedenheit der norwegischen Fjordlandschaft konnte man schon einen Teil der norwegischen Lebensart erleben. Gut, dass die norwegischen Freunde für genügend Fleisch, Wurst und andere Zutaten gesorgt hatten, denn die Ausbeute an frischem Fisch war mehr als überschaubar: Es hat kein einziger angebissen.

Die Schülergruppe ist - wie schon der letzte Jahrgang - in Holzhäusern auf dem Egersunder Campingplatz untergebracht. Dort stehen eigene Koch- und Waschgelegenheiten zur Verfügung, was die Verpflegung im extrem teuren Norwegen einigermaßen erträglich macht. Für die nötige Mobilität vor Ort sorgen schuleigene Fahrräder, mit denen der nächste Supermarkt und auch die Schule in rund 20 Minuten erreichbar sind. Während des Aufenthaltes werden die Schüler auch noch an einem schulinternen sportlichen Dreikampf (Fußball, Volleyball und Kanufahren) und einem Gründercamp teilnehmen. Dort geht es darum, Geschäftsideen zu präsentieren, die sich beruflich umsetzen lassen. Eine Jury unter Leitung der Egersunder Bürgermeisterin prämiert dann die besten Ideen. So war es auch kein Problem, dass sich das deutsche Betreuerteam nach vier Tagen wieder auf den Weg nach Deutschland machte und die Schüler für zwei Wochen in der Obhut der Norweger zurückließ.

Unsere Partnerschule ist die Dalane videregående skole im südnorwegischen Egersund. Sie besteht aus eigentlich vier Schulen in einer und wird von insgesamt rund 700 Schülerinnen und Schülern besucht. Rund 100 Lehrkräfte, Verwaltungs- und Reinigungsmitarbeiter kümmern sich um den laufenden Betrieb, Neben einem Gymnasialzweig gibt es die drei Abteilungen Hauswirtschaft, Metall- und Elektrotechnik.

Anders als in Deutschland ist die berufliche Ausbildung in eine zwei- bis dreijährigen Vollzeitschule und eine anschließende berufliche Praxisphase aufgeteilt. Damit in den ersten zwei Jahren nicht bloß graue Theorie unterrichtet wird, verfügt die Schule über eine hervorragende technische Ausstattung. Bei einer durchschnittlichen Klassengröße von 15 Schülerinnen und Schülern ist die Betreuung sehr individuell auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen zugeschnitten. Um den Praxisanteil noch weiter zu erhöhen, strebt die Dalane videregående skole entsprechende Kooperationen wie die mit dem RBBK an, damit die Schülerinnen und Schüler über Auslandspraktika ihren Horizont erweitern können.

Die Direktorin Aslaug Undheim betonte, dass die Kooperation mit dem RBBK auf einem guten Weg sei und in den kommenden Jahren auch um einen Lehreraustausch erweitert werden könne. Bereits angelaufen ist die Planung für den Schüleraustausch 2020. Hierfür können sich Schülerinnen und Schüler, die im nächsten Jahr im zweiten Ausbildungsjahr eines dualen Ausbildungsganges am RBBK sind, jetzt schon bewerben.

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